Das
Programm in der „erweiterten“ Version wird durch die Möglichkeit der Stromchiffrierung
speziell für das professionelle Umfeld nochmals wesentlich erweitert (siehe
auch „Bearbeitungsform und Statistik“). Dabei handelt
es sich um die Möglichkeit, einen erreichten Parameterzustand zu speichern, um
bei der Kodierung weiterer Dateien wieder auf diesem Zustand aufzusetzen und
diesen fortzuführen. Ein Parametersatz kann dabei potentiell sowohl zur Ver-
als auch zur Entschlüsselung verwendet werden.
Eine „normale“ Parameterdatei,
die zur Speicherung des Stromchiffrierungszustands verwendet wird, wird zwar
nicht als normale Datei aber dennoch verändert, da in ihr der erreichte
Parameterzustand am Ende neu gespeichert wird. Um daher auf einen gesicherten
Stand zurückgreifen zu können, sollte vor Verarbeitung eine Kopie der
Parameterdatei gespeichert werden, die nach erfolgreicher Verarbeitung wieder
mit der neu erzeugten Parameterdatei überschrieben bzw. gelöscht werden kann.
Des weiteren ist zu berücksichtigen, dass sowohl für die
Verschlüsselung als auch für die Entschlüsselung einer Datenmenge getrennte
und damit eigene Parameterdateien notwendig sind.
Stromchiffrierung ist sicher dann anzuwenden, wenn
§
zum einen eine erhöhte Sicherheit gewünscht wird,
§
zum anderen ein Datenaustausch über eine unsichere
(öffentliche) Verbindung zwischen zwei oder mehreren Beteiligten stattfinden
soll (z.B. via Internet).
Dabei kann der Austausch von Schlüsseln auf ein Minimum
beschränkt werden. Denn im Gegensatz zum Standard-Programm, für das die
Kodierungs-Komponenten nur zu Anfang aus den Schlüssel-Informationen ermittelt werden
und nachfolgend nur dann, wenn ein Pseudo-Zufallszahlen-Zyklus beendet wird
(d.h. sich die Pseudo-Zufallszahlen wiederholen), lässt sich die Durchführung
solcher Komponentenwechsel im entsprechend erweiterten Programm (verschärfte
Chiffrierung) genauer steuern.
Allgemein wird bei einem Komponentenwechsel der aktuell
verwendete interne Operationsschlüssel als Ausgangsschlüssel für den
Komponentenwechsel verwendet. Aus den daraus resultierenden
Kodierungs-Komponenten kann der dazu verwendete Ausgangsschlüssel nicht
(rückwärts) hergeleitet werden (siehe dazu auch „Kurz-Untersuchung zur
Sicherheit des Algorithmus“).
Sollte daher ein Komponentensatz kompromittiert werden, so
bleiben zunächst alle Daten unkompromittiert, die vor dem letzten
Komponentenwechsel kodiert wurden, nicht jedoch alle weiteren Daten.
Um auch für die Daten nach dem nächsten Komponentenwechsel
den Kompromittierungsschutz nicht zu verlieren (die mit dem kompromittierten
Komponentensatz kodierten Daten sind natürlich auch kompromittiert), kann –
falls das Programm auf der höchsten Chiffrierungsstufe arbeitet – der
Ausgangsschlüssel eines Komponentenwechsels selbst vor Erzeugung seines
Komponentensatzes mit Hilfe einer zweiten Parameterdatei, der Komponentenwechsel-Parameterdatei, „kodiert“
werden.
Falls diese Barriere von unbefugter dritter Seite (ohne
direkten Zugriff auf die Komponentenwechsel-Parameterdatei) durchbrochen
werden soll, müsste dieser Angreifer zunächst „sehr viele“ Komponentensätze der
„normalen“ Parameterdatei kompromittieren, bevor er nur ansatzweise eine
Möglichkeit hätte, an den Komponentensatz dieser zweiten Parameterdatei
heranzukommen.
Allgemein wird bei Ver- bzw. Entschlüsselung einzelner
Dateien und Stromchiffrierung ein Komponentenwechsel am Anfang jeder Datei
vorgenommen.
Sollen die zu behandelnden Dateien als eine Datenmenge
gesehen werden und soll nur der Parameterzustand der
Komponentenwechsel-Parameterdatei am Ende gespeichert werden, so wird am Anfang
jeder Datenmengen-Bearbeitung ein Komponentenwechsel durchgeführt. Dies ist
zwingend erforderlich, da nur dadurch adäquate Wiederaufsetzpunkte bei
Bearbeitung mehrerer Datenmengen gegeben sind (der Zwischenstand der üblichen
Parameter kann nicht gespeichert werden, da hierfür keine „normale“
Parameterdatei zur Verfügung steht !).
Sollen die zu behandelnden Dateien als eine Datenmenge
gesehen werden und wird neben einer Komponentenwechsel-Parameterdatei auch eine
„normale“ Parameterdatei zur Speicherung des Bearbeitungsstands der
Stromchiffrierung verwendet, so wird am Anfang der ersten Datenmengen
-Bearbeitung, d.h. falls die „normale“ Parameterdatei nach Initialisierung noch
unmodifiziert ist (angezeigt durch den Stromchiffrierungs-Behandlungswert
der Parameterdatei), zunächst ein Komponentenwechsel durchgeführt, um schon
beim ersten verwendeten Komponentensatz die Abhängigkeit von der
Komponentenwechsel-Parameterdatei sicher zu stellen (im Folgenden ist dies dann
automatisch der Fall).