http://wiki.lazarus.freepascal.org/Lazarus_For_Delphi_Users/de
[Delphi -> Lazarus]
Lazarus ist ein Rapid Application Development (RAD) Tool wie Delphi. Das bedeutet, 
es enthält eine visuelle Komponentenbibliothek und eine IDE. Die Lazarus Component Library (LCL) 
ist sehr ähnlich zu Delphi's VCL. Die meisten Units, Klassen und Eigenschaften haben den selben Namen 
und die selbe Funktionalität. Dies macht eine Portierung (von Delphi zu Lazarus) einfach. Aber Lazarus ist
kein 'Open Source Delphi Klon'. Erwarten sie daher keine 100%ige Kompatibilität. 

{Die größten Unterschiede]

Lazarus ist komplett Open Source, ist plattformunabhängig geschrieben und benutzt den 
mächtigen Free Pascal Compiler (FPC). FPC läuft auf mehr als 15 Plattformen. 
Aber nicht alle Packages und Bibliotheken sind portiert, so dass Lazarus gegenwärtig unter 
Linux (i386, x86_64), FreeBSD (i386), Mac OS X (powerpc, i386) und Windows (i386, x86_64) läuft.

Lazarus ist nicht komplett, wie es dieser Text ist. Wir suchen ständig neue Entwickler, 
Package-Entwickler, Portierer, Dokumentations-Schreiber, ... . 

Die erste Aktion bei der Konversion eines Delphi Projekts

Nachdem Lazarus gestartet ist, gehen sie zu Tools und dann zu 
Convert Delphi Project to Lazarus Project. Das wird nicht alles für sie erledigen, 
sie aber ein gutes Stück weiter bringen. 

[Delphi IDE -> Lazarus IDE]
Die Hauptdatei einer Delphi Anwendung ist die .dpr Datei. Die Hauptdatei eines Lazarus Projekts ist die .lpi Datei 
(Lazarus Project Information). Eine .dpr Datei ist die Hauptquelle eines Programms und die Delphi IDE speichert 
hier einige Informationen über die Compiler-Schalter und Units. Eine Lazarus-Anwendung hat auch eine .lpr Datei, 
die auch die wichtigste Quelldatei ist. Aber alle anderen Informationen werden in der .lpi Datei gespeichert. 
Daher ist die .lpi Datei die wichtigste Datei.

Eine wichtige Regel: Es gibt immer ein Projekt. Der einzige Weg, um ein Projekt "zu beenden", ist, Lazarus zu beenden oder 
ein anderes Projekt zu öffnen. Das ist so, weil ein Lazarus Projekt auch eine "Sitzung" ist. Das bedeutet, dass die aktuellen 
Editoreinstellungen auch in der .lpi Datei gespeichert sind und wiederhergestellt werden, wenn sie das Projekt wieder öffnen. 
Zum Beispiel: Sie debuggen eine Anwendung, setzen eine Menge Haltepunkte (Breakpoints) und Lesezeichen (Bookmarks). 
Sie können das Projekt jederzeit speichern, Lazarus schließen oder ein anderes Projekt öffnen. Wenn sie das Projekt wieder 
öffnen, sogar auf einem anderen Computer, werden alle ihre Haltepunkte, Lesezeichen, geöffneten Dateien, Cursorpositionen, 
Sprunghistorie, ... wieder hergestellt. 

[Quelltext Editor]

Beinahe alle Tasten und Abkürzungen (short cuts) können definiert werden unter Einstellungen -> Editoreinstellungen -> Tastaturbelegung.

Die Lazarus IDE besitzt eine Menge von Werkzeugen für Quelltexte. Viele von ihnen sehen aus und arbeiten sehr ähnlich wie Delphi. 
Aber es gibt einen wichtigen Unterschied: Lazarus benutzt nicht den Compiler, um Code-Informationen zu erhalten. 
Es analysiert die Quelltexte direkt. Dies hat eine Menge von bedeutenden Vorteilen:

Der Quelltext-Editor berücksichtigt Kommentare. Für Delphi sind die Kommentare in den Quellen einfach nur Leerzeichen im Code. 
Kein Code-Werkzeug funktioniert dort und wenn neuer Code automatisch eingefügt wird, dann wandern ihre Kommentare. 
Unter Lazarus können sie eine find declaration sogar für Code in den Kommentaren erstellen. 
Obwohl dies nicht komplett verlässlich ist, funktioniert es oftmals. Und wenn neuer Code eingefügt ist, 
dann benutzt die IDE einige heuristische Methoden, um Kommentare und Code zusammen zu halten. Zum Beispiel: 
Es wird die Zeile "c: char; // comment" nicht aufteilen.

Delphi's "Code Completion" (Strg+Space) wird "Identifier Completion" genannt unter Lazarus. 
Der Lazarus Begriff "Codevervollständigung" ist ein Werkzeug, das "Automatic Class Completion" (das gleiche wie unter Delphi), 
"Local Variable Completion" und "Event Assignment Completion" kombiniert. Alle von ihnen werden mit Strg+Shift+C aufgerufen 
und die IDE ermittelt über die Cursor Position, was gemeint ist. 

[Beispiel für Local Variable Completion]
Gehen sie davon aus, dass sie gerade eine neue Methode erzeugt haben und die Anweisung schreiben "i:=3;"
 procedure TForm1.DoSomething;
 begin
   i:=3;
 end;

Positionieren sie den Cursor über den Bezeichner "i" und drücken sie Strg+Shift+C und sie erhalten:
 procedure TForm1.DoSomething;
 var i: Integer;
 begin
   i:=3;
 end;

[Beispiel für Event Assignment Completion]
Ein nettes Feature des Objektinspektors ist die automatische Erzeugung von Methoden. Das selbe können sie im Quelltext Editor erhalten.
Zum Beispiel: Button1.OnClick:= 
Positionieren sie den Cursor hinter den assign operator ":=" und drücken sie Strg+Shift+C. 

[Beispiel für Procedure Call Completion]
Assume you just wrote the statement "DoSomething(Width);" 
procedure SomeProcedure;
var
  Width: integer;
begin
  Width:=3;
  DoSomething(Width);
end;
 

Position the cursor over the identifier "DoSomething" and press Strg+Shift+C to get: 
procedure DoSomething(aWidth: LongInt);
begin
 
end;
 
procedure SomeProcedure;
var
  Width: integer;
begin
  Width:=3;
  DoSomething(Width);
end;

["Word Completion" Strg+W]

Es arbeitet ähnlich wie die "Identifier Completion", aber es funktioniert nicht nur mit Pascal-Bezeichnern, 
sondern mit allen Wörtern. Es lässt sie alle Wörter in allen geöffneten Dateien wählen, die mit dem selben Buchstaben beginnen. 


[Unterstützt Include Dateien]

Delphi unterstützt es nicht, und daher haben sie wahrscheinlich noch nicht viele Include-Dateien erstellt. 
Aber Include-Dateien haben einen großen Vorteil: Sie machen es möglich, plattform-unabhängigen 
Code zu schreiben ohne ihren Code durch IFDEFs unübersichtlich zu machen. Zum Beispiel: Method jumping, Class Completion, 
find declaration, .. arbeiten alle mit Include Dateien.

Es gibt viele Optionen für die Code Features. 

[Objektinspektor]

In den Delphi und Lazarus IDE's wird der Objektinspektor benutzt, um Komponenteneigenschaften zu editieren und Ereignisse zuzuweisen etc. Die folgenden Zeilen zeigen einige kleinere Unterschiede, auf die man achten muss:
   1. Nach dem Start von Delphi gibt es einen Objekt-Treeview, der zum Navigieren und Auswählen von Objekten unter Darstellung ihrer Hierarchie genutzt werden kann und so wahlweise die Dropdown-Liste des Objektinspektors ersetzt. In Lazarus ist dieser Treeview fester Bestandteil des Objektinspectors und es ersetzt 
      die Dropdown-Liste völlig. Die Anzeige kann über das Kontextmenü "Komponentenbaum anzeigen" aktiviert bzw. deaktiviert werden.
   2. In Delphi wird ein Doppelklick auf ein leeres Ereignis automatisch eines erzeugen und den Quelltext-Editor an dieser Position öffnen, in Lazarus gibt es alternativ eine Schaltfläche auf der rechten Seite der ausgewählten drop-down, das diese Aktion ebenfalls ausführt.
   3. In Delphi müssen sie den Namen eines Ereignisses in der Editierzeile manuell löschen, um Anhänge zu entfernen. In Lazarus können sie mittels Dropdown "none" auswählen.
   4. Ähnlich wie bei Ereignissen, wird doppeltes Klicken normaler Eigenschaften wie boolean nicht den Wert ändern. Sie müssen ihn aus einem drop down wählen. Und um diese mit einem zugeordneten Editorformular zu öffnen, müssen sie auf den '...' Button rechts vom edit/drop-down klicken. 

[Packages]
F: Kann Lazarus Delphi-Packages installieren und verwenden?
A: Nein, weil sie die Delphi Compiler Magie benötigen.
F: Brauchen wir ein speziell erstelltes Package für Lazarus?
A: Ja. Erzeugen Sie ein neues Package, speichern sie es im Package-Quellen-Verzeichnis (normalerweise das selbe Verzeichnis wie das der .dpk Datei), 
fügen Sie die LCL als benötigtes Paket und schließlich die .pas Dateien selbst hinzu. Sie können es installieren oder es ab jetzt in ihren Projekten verwenden. 
Es gibt einige Unterschiede zwischen Lazarus und Delphi Packages, 
daher lesen sie bitte
- die docs/Packages.txt in den Lazarus Quellen. 

[VCL -> LCL]
Während die VCL und die LCL beide meist dem selben Zwecken dienen - zu einer objekt-orientierten 
Komponenten-Hierarchie besonders verzahnt in Richtung Rapid Application Development - sind sie nicht identisch. 
Während zum Beispiel die VCL viele nicht-visuelle Komponenten enthält, versucht die LCL nur visuelle Komponenten zu liefern, 
während die meisten nicht-visuellen Komponenten (wie zum Beispiel db access) von der FCL zur Verfügung gestellt werden, die in Free Pascal enthalten ist.

Zusätzlich mögen viele Bedienelemente, die in der VCL enthalten sind, nicht in der LCL existieren, oder umgekehrt. 
Sogar wenn Bedienelemente in beiden existieren, sind VCL und LCL keine echten Klone. Änderungen müssen gemacht werden 
in Anwendungen, Komponenten und Bedienelementen, wenn sie portiert werden.

Das Folgende ist eine unvollständige Beschreibung der wichtigsten Unterschiede oder Inkompatibilitäten zwischen Delphi 
und Lazarus für Delphi-Benutzer. Es behandelt hauptsächlich die Unterschiede der VCL von D4, teilweise aber auch D5, D6, oder D7, 
mit der gegenwärtigen LCL, wie sie im SVN vorliegt. Insoweit können Unterschiede zu den von ihnen verwendeten Versionen von Delphi und LCL bestehen. 
Sollten ihnen Unterschiede oder Ungenauigkeiten zwischen dem Folgenden und der aktuellen LCL oder ihrem Delphi auffallen, dann bitten wir sie, 
den vorliegenden Text entsprechend zu modifizieren oder neue Abschnitte anzufügen. Wir möchten diese Beschreibung 
so umfassend und aktuell wie möglich für alle Lazarus-User zur Verfügung stellen. 

[TControl.Font/TControl.ParentFont]
In der VCL ist es ziemlich einfach und normal, einen spezifischen Schriftart-Namen und Schriftart-Eigenschaften wie 
'fett' und 'kursiv' für die Bedienelemente zu benutzen. 
In aller Regel werden diese Voreinstellungen auch entsprechend verwendet. 
Im laufenden Programm können sich diese Einstellungen von den Vorgaben von Windows unterscheiden. 
Ferner wird die TControl.ParentFont Eigenschaft mitgeliefert, 
die sicher stellt, dass ein Bedienelement immer seiner parent's Schriftart folgt.

Dies trifft in der LCL nicht immer zu. Die LCL als cross-Plattform/cross-Interface hingegen, 
benutzt das Widget-Toolset, das aktuell auf dem benutztem Betriebssystem verwendet wird. 
Wenn ihr Desktop also gerade das GTK Interface benutzt, so wird LCL immer die Themes und spezifischen Schriftarten 
für Schaltflächen des GTK Widget-Toolset benutzen.

Das bedeutet, dass die meisten LCL Bedienelemente dem Desktop-Design 
des Zielrechners entsprechen werden. Das look and feel ihrer Progammoberfläche kann sich also auf verschiedenen 
Zielrechnern auch entsprechend der Desktop-Einstellungen ändern.

[TEdit/TCustomEdit]

Die Edit-Bedienelemente, die grundsätzlich gleich in der LCL wie in der VCL funktionieren, 
besitzen einige Besonderheiten, die bei einer Konvertierung beachtet werden sollten -
   1. Wegen Restriktionen in den Interfaces, arbeitet TEdit.PasswordChar noch nicht 
      mit allen Interfaces (obwohl es mit der Zeit möglich sein wird), anstelle von TCustomEdit.EchoMode sollte emPassword benutzt werden, falls der Text verborgen werden muss.
   2. On Drag/Dock Ereignisse sind noch nicht implementiert. Für mehr Informationen schauen 
      Sie bitte im vorherigen Abschnitt Bedienelemente ziehen und andocken nach.
   3. Font-Eigenschaften werden üblicherweise für die Interface-Konsistenz ignoriert, 
      für eine detaillierte Beschreibung schauen Sie bitte TControl.Font/TControl.ParentFont an.

[(optional) TSplitter -> TPairSplitter]
Bitte verbessern sie mich
Es gibt jetzt ein TSplitter Bedienelement in der LCL, so dass kein Bedarf zum Konvertieren besteht.
Nichtsdestoweniger, wenn sie es doch wollen, hier ist es beschrieben:
Das folgende basiert lose auf den Fragen von Vincent Snijders in der mailing Liste, und Antworten von Andrew Johnson:
Das in Delphi enthaltene "Splitting"-Control, das zwischen zwei Komponenten platziert werden kann, 
um dem einen oder anderen mehr Platz zu geben, wird in der VCL durch einen TSplitter realisiert. 
Dieses wird oft benutzt, beispielsweise in Delphi zwischen dem angedockten Codeexplorer und dem Quelltextfenster.
In der LCL gibt es dafür allerdings ein eigenes Control, den TPairSplitter, das den selben Zweck erfüllt, 
wie der TSplitter, allerdings zu diesem nicht kompatibel ist. Es sind also, wenn sie ihr Programm von einem 
TSplitter auf einen TPairsplitter ändern wollen, einige Anpassungen nötig.

Was sind nun genau die Unterschiede ?
Der größte Unterschied ist, dass ein TSplitter keine "Kinder" besitzt. Stattdessen wird es 
zwischen zwei Controls positioniert, die mittels Align ausgerichtet werden. So erlaubt er während der 
Laufzeit die dynamische Größenanpassung dieser Controls. Um dies zu ermöglichen, muss links und rechts 
ein mittels Align ausgerichtetes Control vorhanden sein. (Beispielsweise ein left-aligned Panel + ein left-aligned TSplitter + ein client-aligned Panel).

In der LCL ist der TPairSplitter ein spezielles Control mit zwei Panels. Er kann nur nützlich werden, 
wenn die zu verändernden Kontrols auf beiden Panels liegen. Er vergrößert bzw. verkleinert also die beiden Panels, 
unabhängig davon, ob sie Komponenten enthalten oder nicht.

Der andere entscheidende Unterschied ist, dass der TSplitter der VCL seine Position relativ zu den anderen Komponenten verändert, 
abhängig von seiner split-Position. In der LCL dagegen besitzt der TPairSplitter durch die Panels eine absolute Position, 
wie andere Controls auch, die sich nach den Eigenschaften top und left richtet. So verändert sich die Position nicht automatisch, 
wenn die Split-Position verändert wird. Ist dies erwünscht, ist es nötig, einen entsprechenden Callback zu setzen und 
die entsprechenden Einstellungen zu setzen. Beispielsweise befindet sich in einem verticalen TPairSplitter eine Komponente mit alClient. 
Soll diese automatisch bei Größenänderungen des Formulars im Verhältnis angepasst werden, ist es nötig, im OnResize des Formulars die neue Position zu setzen: 
