Moin!
Hat nix mit Programmieren zu tun: Diese Woche habe ich den Browser "Brave.com" für mich entdeckt. Ich kannte ihn bisher noch nicht.
Traditionell benutze ich Firefox, weil er mehr Datenschutz verspricht als Chrome und weil ich eine Stiftung (Mozilla Foundation) gut finde. Aber bei Firefox war ich zuletzt mit dem Ad-Blocker als Add-on nicht mehr richtig zufrieden.
Brave hängt das Thema Datenschutz noch höher, d.h. es gibt ...
einen integrierten Ad-Blocker
Techniken gegen Fingerprinting, d.h. gegen das Wiedererkennen des Browsers durch Maschinen-typische Merkmale, z.B. relative Geschwindigkeit der Grafikkarte beim Zeichnen per JavaScript (Canvas-Fingerprinting, Audio-Fingerprinting etc.)
im Popup-Menü: "Link in privatem Fenster mit Tor öffnen", also eine integrierte Verbindungsmöglichkeit zum Tor-Netzwerk zur IP-Maskierung
Web-Suche mit eigenen Suchindex, somit einer der wenigen Suchindexe neben Google, Bing, Yandex und Baidu.
Brave ist sehr schnell, mit hoher Schwuppdizität. Der Browser ist bisher wohl noch nicht so bekannt. Die US-Firma wurde 2015 gegründet. Gründer Brendan Eich ist der Erfinder von JavaScript und war Mitgründer der Mozilla Foundation. Sein Geschäftspartner Brian Bondy war leitender Entwickler bei Mozilla. Der Brave-Browser basiert jedoch auf Chromium.
Ich habe Brave jetzt ein paar Tage lang getestet und bin sehr zufrieden. Deshalb hier meine Empfehlung.
Grüße, Jörg
Brave ist gar nicht so toll, wie es scheint – in der Vergangenheit gab es Skandale wie das Schürfen von Kryptowährungen auf den Computern der Nutzer oder das Ersetzen von Affiliate-Links durch eigene.
Ich persönlich nutze LibreWolf, eine modifizierte Version von Firefox, die den Datenschutz stärker berücksichtigt.
Ich weiß zwar nicht, welchen Adblocker du in Firefox verwendest, aber ich kann dir uBlock Origin + Privacy Badger + ClearURLs empfehlen
Zuletzt geändert von paweld am Sa 13. Jun 2026, 12:27, insgesamt 1-mal geändert.
Ja, gab es. LibreWolf ist für Einsteiger nicht geeignet. Du brauchst da schon gewaltiges Fachwissen. Deswegen nenn ich immer den Link von Mike Kuketz. Ja, es gibt bessere, aber Brave ist aktuell einfach eine gute Wahl, wenn ich nicht tausend Parameter per Hand einstellen möchte oder es bei bestimmten Seiten nicht geht.
Was AdBlocker angeht: Ich habe hier viel versucht, aber ich komme einfach nicht an das Ergebnis wie mit Brave ran. Wenn du das noch mit einem PiHole Server kombinierst, dann ist hier wirklich Ruhe...
Ich934 hat geschrieben: Sa 13. Jun 2026, 09:02
LibreWolf ist für Einsteiger nicht geeignet. Du brauchst da schon gewaltiges Fachwissen.
Dem kann ich nicht zustimmen, meiner Meinung nach ist es gerade die einfachste Lösung – direkt nach der Installation hast du praktisch einen einsatzbereiten Browser mit einem bereits installierten und vorkonfigurierten Adblocker (uBlock Origin). Ich persönlich installiere zusätzlich noch PrivacyBadger, ClearURLs, AutoFullScreen (von CleanWarrior – damit der Browser im Vollbildmodus startet) und aktiviere DNS over HTTPS.
In Firefox oder anderen Browsern hingegen muss man ziemlich viel klicken, um die Telemetrie zu deaktivieren.
paweld hat geschrieben: Sa 13. Jun 2026, 08:56
Skandale wie das Schürfen von Kryptowährungen auf den Computern der Nutzer
Das stimmt nicht, ist wohl ein Missverständnis. Brave hat kein Krypto im Browser geschürft. Es gibt lediglich eine Wallet im Browser (immer noch).
Der Kritikpunkt hierbei ist, dass eine Wallet im Browser überflüssig ist.
Der einzige Skandal war in 2020 für wenige Tage, dass Affiliate-Links eingefügt wurden. Nach Kritik wurde das sofort wieder entfernt.
Das ist in der aktuellen Version längst kein Thema mehr und ist für mich kein Grund, Brave heutzutage nicht zu verwenden.
Für mich ist das Anti-Fingerprinting ein entscheidendes Feature, das ein Add-on Adblocker nicht leisten kann. Ebenso die IP-Maskierung nicht. Fingerprinting wird schon seit den 2010er Jahren eingesetzt - und das gefällt mir gar nicht.
Brave hatte viele Skandale bezüglich features die sie Umsetzen *wollten* aber wegen dem Gegenwind nie umgesetzt *haben*. Das sind dinge wie gewhitelistete Werbung oder das Crypto Mining. D.h. man kann nicht Ankreiden das sie sowas gemacht haben, was man natürlich trotzdem berücksichtigen sollte ist das sie das zumindest in Erwägung gezogen haben, denn am Ende des Tages ist Brave ein Unternehmen das mit ihrem Browser Geld verdienen will, was nicht wertend gemeint ist, es bedeutet nur das es ein Geschäftsmodell geben muss und da kamen diese Gedanken in der Vergangenheit her.
Mein Hauptproblem mit Brave ist das es auf der Chromium Engine basiert. Zweifellos ist es eine sehr gute Engine, ist aber unter der Fuchtel von Google. Brave kann zwar einigen der Entscheidungen von Google entgegenwirken, wie z.B. die Deprecation von Manifest v2, aber Brave hat nicht die Resourcen die Google, Mozilla oder Apple haben, was bedeutet das deren Version sich nicht zu weit von Chromium abweichen kann und das potentiell Sicherheitslücken und Bugfixes die durch diese Abweichungen entstehen nicht so schnell geschlossen werden. Bislang ist das noch nicht wirklich ein Problem, aber man muss immer im Hinterkopf behalten das Brave sich nicht sehr weit von Google entfernen kann wie man es vielleicht gerne hätte.
Ich benutze Firefox, den muss man zwar leider mittlerweile sehr händisch konfigurieren um so dinge wie den Tracking Schutz, adblocking, telemetrie deaktivieren und co einzurichten, aber dann steht Firefox Brave auch nicht viel nach. Der Profiling Schutz von Brave ist zwar noch ein ticken besser, aber der von Firefox steht nicht so weit hinterher und wird immer besser.
Das gesagt, der Hauptgrund warum ich Firefox benutze ist ein etwas Philosophischer. Es gibt drei Browser Engines, Chromium, Firefox und Webkit wobei Webkit eigentlich nur auf Apple (Safari) benutzbar ist. Firefox ist zwar nicht mehr so weit verbreitet wie früher, aber ist dennoch so relevant das Mozilla ein sehr starkes Wort in der Webstandardisierung hat und in der Vergangenheit, zum besseren und schlechteren, in einigen Fällen Dinge die von Google gepusht wurden gevetoed und tatsächlich effektiv blockiert hat.
Wenn jetzt der Marktanteil von Firefox weiter fällt, sodass Mozillas Einfluss weiter sinkt, dann schreibt Google effektiv die Web Standards alleine. Mozilla ist auch nicht ohne Probleme, im Gegenteil, Mozilla ist in einigen Fällen schlimmer als Google. Aber, ich habe lieber zwei Parteien die sich Gegenseitig kontrollieren als eine Partei die im Alleingang das ganze Web kontrolliert.